Was macht eigentlich … Khaled Al Qubaisi

Was macht eigentlich … Khaled Al Qubaisi

Wir schreiben das Jahr 2011: Ein Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten reist nach Europa, um dort Autorennen zu fahren. Sein Name ist Khaled Al Qubaisi. Er steht für eine junge, aufstrebende und geschäftlich sehr interessierte Generation aus dem mittleren Osten. „Natürlich war es im ersten Moment recht ungewohnt. Wann hat man schon mal einen Rennfahrer in tradiotionellem arabischen Gewand bei einer Fahrer-Evaluation sitzen? Aber am Ende bestätigt sich mal wieder, wer offen für Neues ist, kann Chancen nutzen und erfolgreich sein. Denn das war die Zusammenarbeit definitiv“, erinnert sich unser Teaminhaber Hans-Bernd Kamps.

Zwei Jahre war Khaled mit uns im Porsche Mobil 1 Supercup und der GT3 Cup Challenge Middle East verbunden. „Es war eine sehr interessante Zeit. Nicht nur kulturell haben wir eine Menge gelernt. Vor allem die sportliche Zusammenarbeit hat uns Erfahrungswerte für unser Entwicklungsprogramm für Fahrer gegeben und Khaled das Handwerkszeug, um schnell Auto fahren zu können.“, sagt Paul Schlotmann, der damalige Teamchef.

Möchte die Zeit mit dem Team nicht missen

Gemeinsam mit Sean Edwards und Jeroen Bleekemolen bildete Khaled das Team Abu Dhabi. Besonderes Highlight der damaligen Saison: Das Finale des Porsche Mobil 1 Supercup auf dem Yas Marian Circuit in Abu Dhabi. Fahren vor heimischer Kulisse im eigenen Land ist für jeden Rennfahrer ein ganz besonderes Gefühl.

Eine seiner unzähligen, lustigen Erinnerungen an die Zeit mit Project 1 spielte allerdings am Nürburgring. Speziell geht es um ein Scharmützel zwischen Sean und Khaled im Jahr 2011.

Sean, Gott hab ihn seelig, nahm Khaleds sehr teure Uhr an sich und täuschte vor, er wisse nicht wo diese sei. Khaled rief daraufhin die Polizei und meldete die Uhr als gestohlen. Die alamierten eifeler Polizisten unterzogen das gesamte Zimmer einer gründlichen Durchsuchung und stellten recht unangenehme Fragen.  Die Uhr blieb bis zu diesem Zeitpunkt verschwunden. Irgendwann im Laufe des Rennwochenendes übergab Sean die Uhr sehr beiläufig und nach vielen Anstrengungen an seinen Kumpel Khaled, der daraufhin eine Revanche ankündigte.

„Natürlich habe ich ihm auch eine besondere Freude gemacht. Sean war im Begriff nach Rom zu fliegen, um in der Nähe ein Rennen zu absolvieren. Zuvor gab es einen traditionellen Tee für mich und für Sean ebenfalls ein Heißgetränk mit besonders abführender Wirkung, die sich dann auf der kleinen Flugzeug-Toilette entfaltete und diese „zerstörte“. Revanche geglückt würde ich sagen“, bereichtet Khaled amüsiert. „Am Ende gibt es noch so viele Dinge mehr, die meine positiven Erinnerungen an Team, Menschen und Sport so lebendig machen. Und missen möchte ich keine einzige“, fügt er hinzu.

Wir werden uns wiedersehen

Khaled blieb dem Motorsport auch nach 2012 treu. Es sattelte in den Langstreckensport um und konnte dort beeindruckende Erfolge erzielen: zwei Siege bei den 24h von Dubai, fünf Starts in Le Mans mit zwei Podiumsplätzen und drei WEC-Saisons mit einem Vizetitel in seiner Klasse im Jahr 2016.

In diesem Jahr musste er eine „Rennpause“ einlegen. Das Business in Mubadala brauchte seine volle Aufmerksamkeit: „Aber ich bin mir sicher, dass sich unsere Wege schon bald wieder auf irgendeiner Rennstrecke dieser Welt kreuzen“, sagt Khaled abschließend.